Bauchmassage beim Baby: die Hand eines Elternteils zieht sanfte Kreise im Uhrzeigersinn

Säuglingskoliken: die Massagen und Handgriffe, die Erleichterung bringen

18. Juli 2026 · 5 Min. Lesezeit

Es ist 19 Uhr, dein Baby hat gegessen, die Windel ist sauber, auf der Waage ist alles bestens — und trotzdem schreit es, die Fäustchen geballt, die Beine an den Bauch gezogen. Wenn dir diese Szene bekannt vorkommt, atme durch: Koliken betreffen bis zu jedes vierte Baby, sie sind kein Zeichen für eine Krankheit, und sie verschwinden von selbst wieder. Bis dahin gibt es Handgriffe, die Erleichterung bringen — allen voran die Massage.

Zuerst die Worte dafür: Was ist eigentlich eine Kolik?

Von Koliken spricht man, wenn ein gesundes Baby, das gut trinkt und gut wächst, heftig und schwer zu beruhigen weint, oft am Ende des Tages — der klassische Anhaltspunkt sind mehr als 3 Stunden am Tag an mehr als 3 Tagen pro Woche. Es beginnt etwa mit 2 bis 3 Wochen, erreicht seinen Höhepunkt um die 6. Woche und klingt fast immer zwischen 3 und 4 Monaten ab. Es ist niemandes Schuld: weder deiner Milch, noch der Art, wie du dein Baby trägst, noch deine.

Die Bauchmassage, Schritt für Schritt

Der Zeitpunkt zählt genauso viel wie der Handgriff: Wähle eine Phase ruhiger Wachheit, mindestens 30 Minuten nach einer Mahlzeit — nie direkt nach der Stillmahlzeit oder dem Fläschchen. Dein Baby liegt auf dem Rücken auf einer flachen Unterlage, das Zimmer ist warm, deine Hände sind angewärmt, bei Bedarf ein Tropfen babygeeignetes Öl. Und dann ganz sanft:

1. Kreise im Uhrzeigersinn. Massiere mit der flachen Handfläche den Bauch in langsamen Kreisen im Uhrzeigersinn rund um den Bauchnabel — das ist die Richtung, in die es im Darm weitergeht. 2. Fahrradfahren. Nimm die Fußgelenke und bewege die Beinchen sanft wie beim Radfahren. 3. Knie zum Bauch. Führe beide Knie zusammen an den Bauch, halte sie ein paar Sekunden dort und lass wieder los. Wiederhole das Ganze, solange es deinem Baby gefällt — wenn es sich versteift oder protestiert, hörst du auf und versuchst es später noch einmal.

Vier nummerierte Schritte: Fahrradfahren mit den Beinen, angezogene Knie zum Bauch, Massagekreise im Uhrzeigersinn und eine Darstellung des Darmverlaufs mit Gasbläschen
Fahrradfahren, Knie zum Bauch, Kreise im Uhrzeigersinn: drei Handgriffe, die dem natürlichen Weg der Luft im Darm folgen.
💡 Das Ritual, das doppelt zählt Wenn du diese Massage jeden Tag zur gleichen Zeit machst (zum Beispiel nach dem Bad), wird sie zu einem Ritual: Sie hilft der Verdauung UND sie ist ein Moment der Nähe, der beruhigt — dich genauso wie dein Baby.

Das Bäuerchen, der meistunterschätzte Kolik-Helfer

Ein Teil der Luft, die beim Trinken mitgeschluckt wird, landet später im Darm. Nimm dir nach jeder Mahlzeit Zeit für das Bäuerchen — und auch mitten im Fläschchen, wenn dein Baby schnell trinkt: aufgerichtet an deiner Schulter oder auf deinem Schoß sitzend, der Rücken schön gerade, dazu ein paar sanfte Klopfer zwischen den Schulterblättern. Nach 10 bis 15 Minuten trotz aufrechter Haltung immer noch kein Bäuerchen? Es muss nicht jedes Mal kommen — dann lass es gut sein.

Wenn die Massage nicht reicht

An den schlimmen Abenden wechselst du zwischen den bewährten Mitteln ab: Tragen mit dem Bauch an dir (die Wärme deines Körpers auf seinem Bauch wirkt oft besser als eine Wärmflasche), Haut-zu-Haut-Kontakt, ein gedämpftes Licht mit leisem weißem Rauschen, ein Spaziergang oder langsames Wiegen. Und wenn gar nichts hilft: dein Baby sicher auf dem Rücken in sein Bett legen und fünf Minuten rausgehen, um durchzuatmen, ist eine gute elterliche Entscheidung und kein Im-Stich-Lassen. Ein Baby, das trotz allem weint, ist nicht in Gefahr — ein Elternteil am Ende seiner Kräfte schon.

⚠️ Wann du ärztlichen Rat brauchst Koliken erklären nicht alles. Hol dir rasch ärztlichen Rat, wenn zum Weinen Fieber dazukommt (bei einem Baby unter 3 Monaten rechtfertigt jedes Fieber ab 38 °C eine sofortige Vorstellung), wiederholtes oder grünliches Erbrechen, Blut im Stuhl, eine Verweigerung der Nahrung, ein Gewichtsverlust, oder wenn dein Baby dir zwischen den Schreiattacken schlapp und ungewohnt vorkommt. Und wenn dich das Weinen überfordert, sag es deiner Hebamme oder deiner Ärztin oder deinem Arzt: genau dafür sind sie da.

Deine häufigsten Fragen

Muss ich wegen der Koliken die Milch wechseln (oder abstillen)?

Nein, nicht auf eigene Faust: In der überwiegenden Mehrheit der Fälle kommen die Koliken weder von der Muttermilch noch von der Säuglingsnahrung, und Stillen bleibt weiterhin empfohlen. Wenn der Verdacht auf eine Unverträglichkeit besteht, ist das eine Entscheidung, die du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt triffst — niemals allein vor dem Supermarktregal.

Ist eine Wärmflasche auf dem Bauch eine gute Idee?

Wärme beruhigt, aber Babyhaut verbrennt schnell: Verzichte auf die Wärmflasche direkt auf der Haut. Die sichere Variante ist die Wärme deines eigenen Körpers — dein Baby im Tragetuch mit dem Bauch an dir, oder sein Bauch auf deinem Unterarm gebettet, der Kopf in der Ellenbeuge (der « Tigergriff »).

Wirken Kolik-Tropfen und Probiotika?

Die Belege sind begrenzt und je nach Produkt unterschiedlich. Manche Kinderärztinnen und Kinderärzte empfehlen sie von Fall zu Fall: Sprich mit deiner Praxis, bevor du irgendetwas kaufst, und sei misstrauisch gegenüber Wundermitteln aus dem Internet.

Ab welchem Alter darf ich massieren, und wie lange?

Schon ab den ersten Wochen, solange es deinem Baby gefällt: 5 bis 10 Minuten reichen völlig aus. Der beste Anhaltspunkt ist es selbst — entspannt und aufmerksam, dann macht ihr weiter; verkrampft oder quengelig, dann verschiebt ihr es auf später.

Erkenne den Rhythmus hinter dem Weinen

Mit Mama4care hältst du Stillmahlzeiten, Bäuerchen und Weinen mit einer Bewegung fest: Die App macht den Rhythmus der schwierigen Abende sichtbar, und die Assistentin beantwortet deine Fragen — auch mitten in der 19-Uhr-Krise.

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Dieser Artikel dient der Information und wurde vom Mama4care-Team gegengelesen. Er ersetzt keine ärztliche Beratung: Wende dich bei allen Fragen zur Gesundheit deines Babys an deine Hebamme, deine Ärztin oder deinen Arzt oder an deine Kinderärztin oder deinen Kinderarzt. Im Notfall rufe deine örtliche Notrufnummer an.