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Kolostrum vor der Geburt gewinnen: die Praxis, die sich verbreitet

📌 Aktuell Aktualisiert am 20. Juli 2026 · 6 Min. Lesezeit
⏱️ Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Am Ende der Schwangerschaft ein paar Tropfen Kolostrum von Hand zu gewinnen — oft ab etwa der 36.-37. SSW — ermöglicht dir einen kleinen Vorrat.
  • Besonders nützlich ist das bei Diabetes oder wenn absehbar ist, dass dein Baby in den ersten Stunden eine Zufütterung brauchen könnte.
  • Nur mit dem Einverständnis deiner Hebamme anfangen: Die Stimulation der Brustwarzen kann Wehen auslösen.
  • Das gewonnene Kolostrum wird in kleinen, beschrifteten Spritzen eingefroren und in die Geburtsklinik mitgebracht.

Kolostrum, diese kostbare erste Milch

Kolostrum ist die allererste Milch, die schon am Ende der Schwangerschaft und in den ersten Tagen nach der Geburt gebildet wird. Dickflüssig und oft goldgelb, steckt sie voller Antikörper und ist perfekt auf den winzigen Magen eines Neugeborenen abgestimmt. Genau dieses Konzentrat entscheiden sich heute manche Frauen vor der Geburt zu gewinnen — eine Praxis, die man antenatale Gewinnung nennt und die in Geburtsvorbereitungskursen immer häufiger zur Sprache kommt.

Warum manche schon vorher sammeln

Die Idee ist, sich einen kleinen Vorrat anzulegen — wie ein Sicherheitsnetz für den Start des Stillens. In bestimmten Situationen ergibt das besonders viel Sinn: bei Diabetes zum Beispiel, wo das Baby in den ersten Stunden stärker gefährdet ist, einen niedrigen Blutzucker (Unterzuckerung) zu entwickeln, kann etwas Kolostrum auf Vorrat verhindern, dass in aller Eile auf eine andere Zufütterung zurückgegriffen werden muss. Für andere ist es einfach eine Art, sich zu beruhigen und sich vorbereitet zu fühlen — egal, was bei der Geburt kommt.

💡 Gut beschriften, gut transportieren Sobald du ein paar Tropfen in einer Spritze gesammelt hast, schreib das Datum darauf und leg sie ins Gefrierfach. Am Tag der Abfahrt in die Geburtsklinik transportierst du deine Spritzen in einer kleinen Kühltasche mit Kühlakkus und gibst sie bei der Ankunft dem Team. Ein paar Minuten Gewinnen reichen völlig: Es muss keine Höchstleistung werden.

Wie es gemacht wird, und ab wann

Gewonnen wird von Hand, für diesen Zweck niemals mit einer Milchpumpe. Nach gründlichem Händewaschen massierst du die Brust sanft, drückst den Warzenhof zwischen Daumen und Zeigefinger zusammen und fängst die Tropfen einige Minuten lang mit der Spritze auf. Zeitlich wird das in der Regel am Ende einer termingerechten Schwangerschaft praktiziert, oft um die 36.-37. SSW, und immer nur nach Empfehlung deiner Hebamme. Sie sagt dir, ob es zu deiner Situation passt, und zeigt dir den Handgriff.

Ein Sicherheitsnetz, keine Pflicht

Eines gehört klar gesagt: Kolostrum im Voraus zu gewinnen ist keineswegs Pflicht, und wenn du es nicht tust, « verpasst » du absolut nichts. Viele Babys starten auch ohne angelegten Vorrat hervorragend. Sieh es als zusätzliche Option, über die du ohne Druck und ohne Schuldgefühle nachdenken darfst — und vor allem nicht als ein weiteres Kästchen auf einer ohnehin schon langen Liste.

⚠️ Niemals ohne ärztliches Okay anfangen Beginne niemals mit dem Gewinnen von Kolostrum ohne das Einverständnis deiner Hebamme oder deiner Ärztin oder deines Arztes. Kontraindiziert ist es unter anderem vor dem Termin oder bei Risiko einer Frühgeburt, bei einer Cerclage oder bei Placenta praevia. Und wenn während des Gewinnens schmerzhafte oder regelmäßige Wehen auftreten, hör auf und lass dich untersuchen. Im Notfall rufe deine örtliche Notrufnummer an.

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Begleitung vom Kolostrum bis zu den ersten Stillmahlzeiten

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Informationen auf dem Stand vom 20. Juli 2026. Empfehlungen ändern sich: Deine Fachperson im Gesundheitswesen bleibt die maßgebliche Instanz.

Dieser Artikel dient der Information und wurde vom Mama4care-Team gegengelesen. Er ersetzt keine ärztliche Beratung: Wende dich bei allen Fragen zu deiner Gesundheit oder der deines Babys an deine Hebamme, deine Ärztin oder deinen Arzt oder an deine Kinderärztin oder deinen Kinderarzt. Im Notfall rufe deine örtliche Notrufnummer an.