Bauch eines Neugeborenen mit dem Nabelschnurrest, die Windel unter dem Nabel umgeschlagen, damit er an der Luft bleibt

Nabelschnurpflege: einfach und ohne Sorgen

18. Juli 2026 · 6 Min. Lesezeit

Dieses kleine Stück Nabelschnur, das nach der Geburt übrig bleibt, macht neugierig und oft auch unsicher: Es wird dunkel, es wird hart, man traut sich kaum, es anzufassen, und fragt sich, wann es endlich abfällt. Die gute Nachricht: Seine Pflege gehört zu den einfachsten überhaupt. Zwei Wörter musst du dir merken — sauber und trocken — und den Rest erledigt der Körper fast von allein. So begleitest du diese kleine Etappe ganz gelassen.

Was passiert, und wann er abfällt

Nach der Geburt bleibt ein kleiner Nabelschnurrest, der nach und nach eintrocknet und dann von allein abfällt, meistens zwischen dem 5. und 15. Tag. Vorher verändert er sein Aussehen: Er wird dunkel, hart und schrumpelig — das ist völlig normal und tut deinem Baby nicht weh. Du musst nichts ziehen und nichts beschleunigen: Der Rest löst sich ganz von selbst, wenn seine Zeit gekommen ist. Beim Abfallen sieht man häufig etwas Nässen oder ein paar Blutstropfen an der Basis: Auch das ist üblich und harmlos.

Ablauf der Nabelpflege: bei Verschmutzung reinigen, trocken tupfen, die Windel unter dem Nabelschnurrest umschlagen
Die Routine besteht aus drei Handgriffen: sauber halten, trocken tupfen und an der Luft lassen, indem du die Windel umschlägst.

Sauber und trocken: die ganze Methode

Das Prinzip ist einfach: den Nabelschnurrest sauber und trocken halten und ihn an der freien Luft atmen lassen. Wenn er verschmutzt ist (durch Urin oder Stuhl), reinigst du ihn vorsichtig mit Wasser und tupfst ihn dann sanft trocken — nicht reiben. Der große Verbündete beim Trocknen ist die Luft: Wenn du die Windel anlegst, schlage den oberen Windelrand unter dem Nabelschnurrest um, damit er frei liegt und nicht in der Feuchtigkeit badet. Viele Neugeborenenwindeln haben genau an dieser Stelle sogar eine Aussparung.

Ein paar Gewohnheiten runden das Wesentliche ab. Zieh deinem Baby weite Kleidung an, die nicht am Nabel scheuert, und klemm den Nabelschnurrest nicht unter einem engen Gummibund ein. Zieh niemals daran, selbst wenn er nur noch an einem Faden hängt: Er löst sich von selbst. Und wenn an der Basis etwas Kruste oder Sekret antrocknet, reichen sanftes Reinigen mit Wasser und anschließendes Trockentupfen völlig aus — kein Kratzen, kein Nachhelfen.

Anatomische Darstellung des Babynabels und Reinigung mit einer feuchten Kompresse an der Basis des Nabelschnurrests
Ist der Nabelschnurrest verschmutzt, reinigt man mit Wasser an der Basis, tupft trocken und lässt an der Luft. Mehr nicht.

Muss man desinfizieren? Die Antwort hat sich geändert

Lange hat man die Nabelschnur mit Alkohol oder Antiseptikum betupft. In Ländern mit guten Hygienebedingungen ist das nicht mehr die Empfehlung: Heute spricht man von «Trockenpflege», also ohne Alkohol und ohne Antiseptikum in der Routine. Man beschränkt sich darauf, sauber und trocken zu halten. Wenn deine Hebamme, deine Ärztin oder deine Geburtsklinik dir eine besondere Anweisung gegeben hat, folge ihr natürlich: Manche Situationen rechtfertigen eine spezielle Pflege. Aber im Normalfall gilt: Je weniger du machst, desto besser trocknet der Nabel.

💡 Baden ist erlaubt Du musst nicht warten, bis der Nabelschnurrest abgefallen ist, um dein Baby zu baden: Kurze Bäder sind möglich, sofern du den Rest danach gut trocken tupfst. Wenn dir das lieber ist, eignet sich in der Zwischenzeit auch das Waschen mit dem Waschlappen genauso gut. Entscheidend ist in beiden Fällen ein trockener Nabelschnurrest nach dem Kontakt mit Wasser.
⚠️ Wann du ohne zu warten Rat holst Manche Zeichen erfordern rasch einen Arztbesuch, denn sie können auf eine Nabelentzündung (Omphalitis) hindeuten: rote, warme oder geschwollene Haut rund um den Nabel, Eiter oder übel riechendes Sekret, anhaltende Blutung, Fieber oder ein quengeliges Baby, das schlecht trinkt. Warte in diesen Fällen nicht: Wende dich an deine Hebamme, deine Ärztin oder deinen Kinderarzt. Das ist schnell überprüft und schnell behandelt.

Häufige Fragen

Wann fällt der Nabelschnurrest ab?

Meistens zwischen dem 5. und 15. Tag nach der Geburt, manchmal etwas früher oder etwas später. Er wird dunkel und hart, bevor er sich von selbst löst. Es bringt nichts, daran zu ziehen oder nachhelfen zu wollen: Lass ihn von allein abfallen.

Darf ich mein Baby vor dem Abfallen des Nabelschnurrests baden?

Ja, kurze Bäder sind möglich. Du musst den Rest danach nur gut trocken tupfen, ganz sanft. Das Waschen mit dem Waschlappen ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, wenn du lieber warten möchtest. In jedem Fall gilt: Nach dem Wasser soll der Nabelschnurrest trocken sein.

Muss die Nabelschnur mit Alkohol desinfiziert werden?

In der Regel nein. Die aktuelle Empfehlung in Ländern mit guten Hygienebedingungen ist die «Trockenpflege»: sauber und trocken halten, ohne Alkohol und ohne Antiseptikum in der Routine. Befolge aber besondere Anweisungen, die deine Hebamme oder deine Geburtsklinik dir gegeben haben könnte.

Er blutet ein wenig beim Abfallen, ist das normal?

Ja, ein leichtes Nässen oder ein paar Blutstropfen an der Basis, wenn sich der Nabelschnurrest löst, sind üblich. Alarmieren muss dagegen eine anhaltende Blutung, eine Rötung, eine Schwellung, Eiter oder Fieber: In diesem Fall holst du ohne zu warten ärztlichen Rat.

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Dieser Artikel dient der Information und wurde vom Mama4care-Team gegengelesen. Er ersetzt keine ärztliche Beratung: Wende dich bei allen Fragen zu deiner Gesundheit oder der deines Babys an deine Hebamme, deine Ärztin oder deinen Kinderarzt. Im Notfall rufe die Notrufnummer in deinem Land an.